24 Stunden Protest vor dem Kultusministerium

Donnerstag, 30.7.2026, 10 Uhr bis Freitag, 31.7.2026, 10 Uhr · Salvatorplatz / Amiraplatz, München

Wir halten durch – so wie jeden Schultag.

24 Stunden lang protestieren wir vor dem Bayerischen Kultusministerium. Tag und Nacht.

Denn für viele Schüler*innen bedeutet Schule genau das: durchhalten. Leistungsdruck aushalten. Funktionieren. Angst vor Prüfungen haben – und trotzdem weitermachen.

Wir finden: Schule sollte kein Ort sein, den junge Menschen einfach nur durchhalten müssen.

Zeugnistag wird zum Protesttag

Am Freitag, den 31. Juli, bekommen rund 1,8 Millionen Schüler*innen in Bayern ihre Jahreszeugnisse. Für viele bedeutet dieser Tag nicht nur Ferienbeginn, sondern auch Druck, Unsicherheit und Angst.

Wir drehen den Spieß um:

Diesmal bekommt das Schulsystem ein Zeugnis.

Zwölf Stühle, zwölf Geschichten

Vor dem Kultusministerium stehen zwölf Schulstühle. Einige sind besetzt, andere bleiben bewusst leer.

Auf ihnen stehen Botschaften wie:

„Hat wegen Schulangst die Schule verlassen.“

„Braucht Unterstützung – bekommt sie aber nicht.“

„Im System nicht gesehen.“

Die Stühle stehen für Schüler*innen, deren Geschichten hinter Noten und Statistiken oft verschwinden.

Für diejenigen, die unter Leistungsdruck leiden. Die nicht ins Raster passen. Die Unterstützung brauchen und sie nicht bekommen.

Wir machen sichtbar, was im System zu oft unsichtbar bleibt.

Ein Zeugnis für das Schulsystem

Jedes Jahr werden wir bewertet. Jetzt bewerten wir zurück.

Wir stellen dem bayerischen Schulsystem ein eigenes Zeugnis aus – unter anderem für Chancengerechtigkeit, psychische Gesundheit und Mitbestimmung.

Denn wenn von uns ständig Leistung verlangt wird, darf auch die Frage gestellt werden:

Welche Leistung bringt eigentlich unser Bildungssystem?

Fördert es junge Menschen individuell?
Schützt es ihre psychische Gesundheit?
Gibt es ihnen echte Mitbestimmung?
Schafft es faire Chancen?

Unser Urteil ist klar: In entscheidenden Bereichen muss sich grundlegend etwas ändern.

Fördern statt aussortieren

Wir wollen keine Schule, in der alle im Gleichschritt funktionieren müssen.

Menschen lernen unterschiedlich. Sie haben unterschiedliche Stärken, Voraussetzungen und Geschwindigkeiten. Ein gutes Bildungssystem muss darauf eingehen.

Das bedeutet für uns:

Individuelle Förderung statt Aussortieren.
Vertrauen statt ständiger Kontrolle.
Fehler als Teil des Lernens statt Angst vor dem Scheitern.
Mitbestimmung statt Fremdbestimmung.

Schule muss junge Menschen dabei unterstützen, sich zu entwickeln – nicht sie danach sortieren, wer am besten ins bestehende System passt.

24 Stunden Protestort

Vor dem Kultusministerium entsteht für 24 Stunden unser eigener Protestort.

Wir gestalten Banner und Plakate, halten Reden, diskutieren und sprechen darüber, was uns im bayerischen Schulsystem belastet – und darüber, wie es besser gehen kann.

Wir bleiben dort, wo die Entscheidungen getroffen werden.

Und nachts?

Ab 22 Uhr wird aus dem Protest eine stille Mahnwache. Musik und Durchsagen verstummen – unsere Banner, die zwölf Stühle und unsere Botschaften bleiben.

Die ganze Nacht.

Bis am nächsten Morgen in Bayern die Zeugnisse verteilt werden.

Wir halten durch. Aber das kann nicht die Lösung sein.

24 Stunden Protest sind anstrengend.

Aber für viele junge Menschen bedeutet Schule jahrelang: durchhalten, funktionieren, weitermachen.

Genau das ist das Problem.

Wir wollen eine Schule, in der junge Menschen gerne lernen. In der sie Fehler machen dürfen. In der ihre Stärken zählen, sie Unterstützung bekommen und mitentscheiden können.

Eine Schule, die Menschen stärkt – statt sie kleinzumachen.

Wir halten diese 24 Stunden durch, weil Schüler*innen nicht jeden Schultag einfach nur durchhalten sollten.

Es ist Zeit, dass sich das System bewegt.