In Bayern gehören unangekündigte Tests („Exen“) und Abfragen noch immer zur Realität vieler Schüler*innen. Ständiger Druck und Angst machen Lernen zur Belastung.
Was in vielen anderen Bundesländern längst abgeschafft oder unüblich ist, prägt hier weiterhin den Schulalltag: dauernde Alarmbereitschaft und Unsicherheit. Lernen wird so oft zur Stresssituation statt zu einem Prozess des Verstehens.
Unsere Petition setzt sich deshalb für eine Veränderung der Prüfungskultur ein und fordert:
- Die sofortige Abschaffung von Rechenschaftsablagen und Stegreifaufgaben
- Stattdessen mehr alternative und lebenspraktische Leistungsnachweise, die die Schüler*innen selbst wählen können
- Eine positive Lern- und Fehlerkultur für ein Lernen ohne Angst und Druck
Die Petition wurde von über 57.000 Menschen unterstützt und von zahlreichen Organisationen und Expert*innen bestätigt.

Wer sich für die Hintergründe, wissenschaftlichen Argumente und Lösungsvorschläge interessiert, findet sie auf unseren Seiten zu Argumenten, Lösungen, Forderungen sowie in den Stimmen von über 20 Bildungsexpert*innen.
Ablehnung im Landtag – warum das nicht überzeugt
Am 3. Juli 2025 lehnte der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags die Petition ab. Die Begründung: Das Kultusministerium arbeite intern bereits an der Weiterentwicklung der Prüfungskultur – konkrete Ergebnisse lägen jedoch noch nicht vor. Auch das Projekt „Prüfungskultur innovativ“, das gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt Bayern entwickelt wurde, bleibt bislang ohne sichtbare Umsetzung.
Statt sich ernsthaft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen vieler Schulen auseinanderzusetzen, verteidigten die Regierungsfraktionen (CSU und Freie Wähler) das bestehende System. Unangekündigte Tests seien notwendig, um Disziplin zu sichern und regelmäßiges Lernen zu fördern.
Damit werden nicht nur die Argumente von Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und Bildungswissenschaft ignoriert – auch erfolgreiche Beispiele aus anderen Bundesländern und innovativen Schulen bleiben unberücksichtigt.
Unsere Reaktion: Noch am Tag der Entscheidung protestierten wir vor der Bayerischen Staatskanzlei. In einer symbolischen Trauerzeremonie trugen wir die Schüler*innen-Mitbestimmung zu Grabe. Der Kabarettist Max Uthoff hielt eine bewegende Rede über den Umgang der Politik mit Wissenschaft, Demokratie und Bildung.
Doch die Entscheidung im Landtag beendet die Diskussion nicht – sie zeigt vielmehr, wie dringend die konservative Regierungsmehrheit Impulse aus Gesellschaft, Wissenschaft und schulischer Praxis braucht, um endlich ins Handeln zu kommen.
Ein Jahr später: Protestaktion – genug gewartet
Ein Jahr nach der Ablehnung sind die versprochenen Reformen noch immer nicht umgesetzt – Bayern bleibt hinter anderen Bundesländern zurück. Doch wir geben nicht auf:
Am 12. März 2026 gingen wir erneut auf die Straße, um sichtbar zu machen, dass wir für selbstbestimmtes Lernen, eine positive Lernkultur und psychische Gesundheit kämpfen – und dass leere Versprechen nicht reichen.
Petition und Aktion gehören zusammen – unser Protest geht weiter, bis echte Veränderungen passieren.
